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18.03.2011

SCID und CA- Test

Aufgrund dessen, dass sich herausgestellt hat dass es doch tatsächlich viel mehr Träger-Hengste und Träger-Stuten gibt als dass Bekannt war, haben wir nun unseren gesamten Zuchtbestand auf SCID und CA testen lassen. Die Ergebnisse finden sie jeweils beim Betreffenden Pferd. Wir möchten alle darauf aufmerksam machen sämtliche Zuchttiere testen zu lassen damit keine Träger-Stuten mit Träger-Hengsten gedekt werden.

SCID
Die schwere kombinierte Immundefizienz (severe combined immunodeficiency) ist eine autosomal rezessiv vererbte Immunschwäche beim Arabischen Vollblut. Sie ist charakterisiert durch das vollständige Fehlen der spezifischen Immunabwehr (B- und T-Lymphozyten) und führt bei betroffenen Araber-Fohlen zu schweren Infektionserkrankungen mit tödlichem Ausgang. Als Ursache der Erkrankung konnte eine Deletionsmutation (= Basenverlust) im DNA-PK Gen nachgewiesen werden. Aufgrund des autosomal rezessiven Erbgangs erkranken nur Fohlen, die reinerbig zwei Kopien des SCID-Gens tragen (SCID-ss). Solche Fohlen können aus der Verpaarung zweier klinisch unauffälliger Anlageträger (SCID-Ss) hervorgehen. Heterozygote Anlageträger selbst hingegen können die krankheitsauslösende Mutation vererben, zeigen aber keine klinischen Symptome und sind deshalb phänotypisch nicht von reinerbig SCID-gesunden Pferden (SCID-SS) zu unterscheiden. Studien aus den USA belegen, dass etwa 8% aller Araberpferde Anlageträger für diese Erkrankung darstellen; deshalb ist der SCID-Gentest grundsätzlich bei allen Araberpferden vor einer geplanten Zuchtverwendung zu empfehlen.

CA
Die Cerebelläre Abiotrophie (CA) des Pferdes ist eine erblich bedingte neurologische Erkrankung des arabischen Vollblutes mit autosomal rezessivem Erbgang. Betroffene Tiere erscheinen kurz nach der Geburt zunächst noch gesund, weisen jedoch häufig im Alter von wenigen Wochen bis Monaten bereits erste Anzeichen eines beginnenden Nervenzelluntergangs im Kleinhirnbereich auf. Erkrankte Fohlen zeigen eine Reihe motorischer Ausfälle unterschiedlichen Ausprägungsgrades mit Gleichgewichtsstörungen, ataktischem Gang, Kopfzittern (Intentionstremor), Hyperaktivität, Schwierigkeiten beim Aufstehen und/oder Rückwärtsrichten sowie Defizite in der räumlichen Koordination mit Laufen gegen Hindernisse oder andere Pferde. Aufgrund der nur eingeschränkten Nutzbarkeit und des erhöhten Risikos für Unfälle und Verletzungen müssen betroffene Tiere oft euthanasiert werden. Durch den Nachweis einer mit der CA-Erkrankung assoziierten Mutation im TOE1-Gen ist es nun möglich, betroffene Tiere sowie potentielle Träger der Erkrankung zu identifizieren.

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